Alkohol ist in Deutschland sozial akzeptiert, birgt aber ernste Gesundheitsrisiken und beeinträchtigt auch die Fruchtbarkeit. Mit rund 10 Litern reinem Alkohol pro Kopf und Jahr zählt Deutschland international zur Spitzengruppe, 10 Prozent der Bevölkerung haben ein schweres Alkoholproblem.
Alkohol hat in Deutschland einen hohen sozialen Stellenwert. Die Tradition des Weinanbaus und der Bierherstellung gehört irgendwie zu unserem „Kulturgut“ dazu. Und so sind Essengehen und Feiern ohne fast nicht vorstellbar. Genauso wie das „Feierabendbier“ oder das Bierchen nach dem Vereinssport. International sind wir damit jedoch fast Weltmeister im Pro-Kopf-Alkoholkonsum ( ca. 10 Liter reiner Alkohol im Jahr!). 10% unserer Bevölkerung haben ein schweres Alkoholproblem. Alkohol ist mitverantwortlich für Krebsentstehung und Herz-Kreislauferkrankungen. Regelmässiger Alkoholkonsum wirkt sich auf die Fruchtbarkeit aus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt inzwischen, Alkohol nur in Ausnahmefällen zu konsumieren. Da ja gerade die Fastenzeit begonnen hat… wäre das jetzt vielleicht der geeignete Zeitpunkt für einen „Ausstieg“. 😉 (https://www.dge.de/fileadmin/Bilder/presse/meldungen/2024/Grafik-Alkoholkonsum-DGE.pdf)
Warum Alkohol so tief verankert ist
Diese enge Verbindung zwischen Alkohol und Geselligkeit macht es vielen Menschen schwer, überhaupt einen kritischen Blick auf den eigenen Konsum zu werfen. Wer beim Feiern ablehnt, muss sich oft rechtfertigen, während das Trinken selbst kaum hinterfragt wird. Dabei summieren sich die kleinen Mengen im Alltag schnell zu einer beachtlichen Menge im Jahr. Das Glas Wein zum Essen, das Bier beim Grillen und der Sekt zum Anstossen wirken einzeln betrachtet harmlos, ergeben über Wochen und Monate aber eine Summe, die kaum noch jemand bewusst wahrnimmt.
Welche gesundheitlichen Folgen drohen
Die gesundheitlichen Risiken betreffen dabei nicht nur Menschen mit einem ausgeprägten Alkoholproblem. Schon moderate, aber regelmässige Mengen können den Körper langfristig belasten. Besonders Leber, Herz und Nervensystem reagieren empfindlich auf dauerhaften Konsum, selbst wenn sich das zunächst nicht spürbar bemerkbar macht. Oft zeigen sich erste Veränderungen erst nach Jahren, wenn Blutwerte oder Untersuchungen zufällig Auffälligkeiten offenbaren. Genau diese Verzögerung macht es schwer, die eigenen Trinkgewohnheiten rechtzeitig zu überdenken.
Die Fastenzeit als Anlass nutzen
Gerade die Fastenzeit bietet dabei einen guten Rahmen, weil sie zeitlich begrenzt ist und von vielen Menschen gemeinsam begangen wird. Das erleichtert den Verzicht, da man sich nicht allein rechtfertigen muss und auf gesellschaftliches Verständnis trifft. Wer die Wochen ohne Alkohol übersteht, merkt oft selbst, wie sehr sich Schlaf, Konzentration und allgemeines Wohlbefinden verbessern können. Manche nutzen die Zeit auch, um bewusst Alternativen auszuprobieren, etwa alkoholfreie Biere oder selbstgemachte Fruchtschorlen, und stellen fest, dass ihnen beim gemeinsamen Essen gar nichts fehlt. So kann aus der zeitlich begrenzten Pause durchaus eine dauerhafte Veränderung der eigenen Gewohnheiten entstehen.